Der Sprecher

Verein zur Vernetzung der Stadion,- Hallen- und Sportplatzsprecher

Die 12 Grundregeln erfolgreicher Kommunikation

Um erfolgreich zu reden, Akzeptanz und Zustimmung zu erzielen, d.h. zu kommunizieren, sollten Sie diese 12 Regeln beachten:

Anders und viel, viel früher vorbereiten
Fast jeder Redner beginnt zu spät mit der Vorbereitung. Dabei ist eine sorgfältige Analyse der Teilnehmer notwendig, um die erste Voraussetzung der Kommunikation zu erfüllen: ein gemeinsames Ziel finden. Dann – erst dann – folgt Sammlung, Sichtung, Ausarbeitung und Beherrschung des Stoffes. Voraussetzung für den Erfolg Ihrer Rede ist eine einfache und klare Zielsetzung. Üben Sie Ihre Darstellung. Und niemals unvorbereitet reden. Selbst wenn Sie am Tisch oder einer Gruppe zu einer spontanen Rede aufgefordert werden, können Sie mit ein paar Tricks notwendige Vorbereitungszeit gewinnen.


Ihre Ausdrucksmittel beherrschen lernen
Setzen Sie Ihre deutliche Stimme und Ihre einfache Sprache, echten Augenkontakt und Ihre natürliche Dynamik ein. Und denken Sie beim Sprechen an KUSS – kürzer, unkomplizierter, schneller und spannender. Ihre Rede sollte anschaulich sein. Dabei macht Ihre Darstellung bis zu 80 % des Erfolges aus – lediglich der Rest wird durch den Inhalt bestimmt. Bilder wirken stärker als Wörter. Setzen Sie deshalb visuelle Hilfsmittel ein.


Die zwei Schlüsseleigenschaften Empathie und Projektion einsetzen
Zeigen Sie den Teilnehmern Ihre Empathie, also Einfühlungsvermögen („Sie haben es schwer, meine Damen und Herren...“) und verstärken Sie Ihre Projektion , also Ausstrahlung („...aber seien Sie sicher, ab morgen geht es aufwärts!“). Die Einfühlung in die Teilnehmer und die Ausstrahlung Ihrer Persönlichkeit machen Sie zu einem wirklichen Kommunikator.


EMMA beachten – Erwartungen, Meinungen, Motivation und Anwesenheitsmotiv der Teilnehmer
Kommunikation ist umgedrehte Rhetorik. Entscheidend ist nicht das, was der Redner will, sondern das, was die Teilnehmer wollen. Kommunikation mit den Teilnehmern bedeutet, einen gemeinsamen Nenner zu finden. Jede Rede muss für die Zielpersonen maßgeschneidert sein. Was wollen die Teilnehmer? Was erwarten sie? Wie denken sie? Und warum sind sie hier? Wenn Sie EMMA beachten, stimmt auch Ihr Inhalt.


Aus Zuhörern Teilnehmer machen – Aktive Beteiligung erwirken
Kommunikation heißt: Aus Zuhörern Teilnehmer machen. Mit einer Rede in Monologform locken Sie kaum jemandem mehr als ein müdes Lächeln oder pflichtschuldige Anwesenheit ab. Mit einer aktiven Beteiligung („Hätten Sie das auch so gemacht?“, „Sind Sie damit einverstanden?“, „Können Sie das nachvollziehen?“) – erzielen Sie eine echte Rückkoppelung.


Einen wirklichen Erfolg versprechenden Anfang finden
Der erste Satz ist der zweitwichtigste Ihrer ganzen Rede. Manche Redner verlieren schon im ersten Satz die Aufmerksamkeit der Teilnehmer. Ein zündender, vielversprechender V3-Anfang ist – ein „Vorteilsversprechend-vorweg-Anfang“. Keine Floskeln wie „Vielen Dank für Ihr zahlreiches Erscheinen“ oder „Es ist mir eine besondere Freude“. Finden Sie vielmehr einen die Teilnehmer echt motivierenden „Aha!“-Einstieg!


Einen packenden Abschluss wählen
Der letzte Satz ist der Wichtigste. Mit einem guten Abschluss lässt sich sogar eine schlechte Rede retten. Mit einem schlechten Schluss machen Sie jede Rede kaputt. Es gibt viele Möglichkeiten: Ein „Schluss – V3“: Vorteilversprechen vollendet, Ausblick, Nutzanwendung, Appell. Alles besser, als sich zu bedanken (wofür eigentlich?), fishing for compliments oder ein Aufhören ohne Schluss („... so, das wär´s“).


Organisationsgrundregeln beachten – besonders bei großen Gruppen
Berücksichtigen Sie die gesamte Liste, die von der Raumwahl, der Platzierung und Akustik über Beleuchtung, Belüftung, dem Absichern vor Störungen bis zur Verpflegung reicht. Organisatorische Mängel und Tücken, auch Kleinigkeiten, können Ihre beste Rede zerstören. Selbst wenn Sie nur an diesen „Kleinigkeiten“ scheitern, wird Sie dafür niemand positiv beurteilen.Insbesondere bei großen Gruppen sollten Sie alle Risiken von Organisationsfehlern vorbeugen sowie alle Ausdrucksmittel verstärken.


Lampenfieber kontrollieren
Es gibt keinen wirklich guten Redner, Fernsehmoderator, Politiker oder Schauspieler ohne Lampenfieber. Es kann Sie anregen, Sie beflügeln, Ihre Energien mobilisieren. Wenn Sie Ihr Lampenfieber kontrollieren und zu Ihrem Verbündeten machen, entfalten Sie Ihre Leistungsreserven.


Die 3 Redearten klar unterscheiden:
Gelegenheitsreden: werden zur Unterhaltung, zu Feiern oder als Rahmenreden gehalten.
Informationsreden: die gezielte Kenntnisvermittlung steht im Vordergrund. Und vor allem: MOTIVIEREN!
Zweckreden: unterschieden werden Überzeugungsreden (sollen beeinflussen, bekehren, verkaufen), Begeisterungsreden (sollen anspornen, animieren, motivieren) und Handlungsreden (sollen eine kontrollierbare, konkrete Sofortaktion auslösen)


Diskussion beherrschen – Wie Sie auch mit schwierigen Fragen und Angriffen fertig werden
Wer eine gute Rede hält, aber in der nachfolgenden Diskussion schlecht aussieht, verliert. Sie sollten jede Diskussion gut vorbereiten. Dies gilt auch für Angriffe und Kritik. Dabei ist die Hauptregel zu beachten: Nicht überreagieren! Sie wollen Menschen überzeugen, nicht überfahren.


Vor allem: Motivieren können!
Motivation hat zwei Aspekte. Der eine ist, die Teilnehmer in ihren wesentlichen Primärmotiven und Wunschvorstellungen wie Geltung und Sicherheit anzusprechen. Oder andere Lebensziele wie auch Gemeinsamkeit, Entwicklung, Erfolg, Leistung, Zuneigung, Freundschaft, Glück, Gesundheit oder Wissensdrang. Die Ansprache dieser Schlüsselbegriffe hilft Ihnen, Menschen zu gewinnen und zu überzeugen.
Zweitens müssen Sie Ihre Teilnehmer laufend fesseln, engagieren – kurz, Sie motivieren, Ihnen zuzuhören. Wenn Ihnen das nicht gelingt, hat Ihre Rede keine Wirkung. Auch für negative Mitteilungen (Entlassung, schlechte Ergebnisse) müssen Sie mit Engagement, positiven Gedanken, Vorschlägen, Lösungsmöglichkeiten oder zukünftigen Verbesserungen motivieren können.
Vergessen Sie nicht: Ein guter Motivator spricht das Gefühl, nicht den Verstand an.
(Auszug aus dem Buch "Überzeugende Kommunikation" von Heinz Goldmann)


Über den Autor
Heinz Goldmann ist seit über vierzig Jahren international und mit großem Erfolg im Verkauf, als Verkaufs-, Marketing- und Kommunikationstrainer tätig. Zahlreiche hochkarätige Führungskräfte und Millionen Leser haben von seiner Kompetenz und Vermittlungsgabe profitiert und überzeugend kommunizieren gelernt.

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